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Reichspartei des deutschen Mittelstandes (Wirtschaftspartei)

Hervorgegangen ist die Partei aus mittelständischen Interessenlisten, die seit 1920 im Berliner Raum politische Erfolge auf Kosten vornehmlich der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) errangen. Nachdem 1924 prominente Handwerkerfunktionäre in den Vorstand gelangt waren, folgte die politisch einflussreichste Phase der WP.

Sie kam zu Wahlerfolgen in Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Schwerin; in Sachsen und Thüringen wurde sie an der Landesregierung beteiligt. 1928 profitierte sie von Verlusten der DNVP und wurde fast so stark wie die DDP. 1930 verlor die Partei zwar prozentual, konnte aber die Mandatszahl halten. Sie unterstützte die Regierung Heinrich Brüning, doch Ende 1930 schied sie aus der Regierung aus, da sie Brünings Konsolidierungsprogramm nicht mittragen wollte und große Teile der Basis eine Annäherung an die „nationale Opposition“ forderten.

Anschließend brach in der WP ein interner Macht- und Richtungskampf aus. Die Folge waren Abspaltungen und Übertritte prominenter WP-Politiker zu anderen Parteien. Nachdem die Reichstagsfraktion Brüning im Oktober 1931 vor dem Sturz rettete, verließen viele Mitglieder und Anhänger die Partei und wechselten zur NSDAP.

1932 unterstützte die WP Paul von Hindenburg bei der Wahl zum Reichspräsidenten und tolerierte Reichskanzler Brüning - trotz aller internen Spannungen und der verheerenden Niederlage bei der Preußenwahl im April 1932, die ohne einen Mandatsgewinn ausging. Zur Reichstagswahl vom Juli 1932 ging sie eine Listenverbindung mit der BVP ein, was trotz gewaltiger Verluste der Partei zwei der bislang 23 Mandate rettete.

Im November kann sogar nur noch ein Mandat durch die Listenverbindung mit der BVP erhalten werden. Zur Reichstagswahl 1933 trat die  Wirtschaftspartei nicht mehr an; bei der Preußischen Landtagswahl gewann die WP unter der Bezeichnung „Preußischer Mittelstand und Sparer“ und aufgrund eines Bündnisses mit der Zentrumspartei noch ein Mandat. Im April 1933 löste sich die WP-Organisation auf, zumal viele Landesverbände den Kurs der Parteiführung nicht mittrugen und zur Wahl der NSDAP oder DNVP aufgerufen hatten. Viele Parteiführer traten der NSDAP bei.

Wahlplakate der Wirtschaftspartei 1924
Wahlplakate der Wirtschaftspartei 1930