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Reichspräsidentenwahl 1925

Die Reichspräsidentenwahl 1925 wurde in der Weimarer Republik vorzeitig notwendig, weil der erste Reichspräsident Friedrich Ebert am 28. Februar 1925 überraschend gestorben war. Der erste Wahlgang fand am 29. März 1925 statt. Keiner der Kandidaten erreichte dabei die notwendige Mehrheit.

Die DVP unterstützte den Duisburger Oberbürgermeister und ehemaligen Reichsinnenminister Karl Jarres. Dazu hatte sie ein „Reichsblock“ genanntes Bündnis mit der Wirtschaftspartei und der republikfeindlichen DNVP gegründet. Die SPD benannte zunächst den langjährigen Reichstagspräsidenten Paul Löbe. Nach dessen Absage fiel ihre Wahl auf Otto Braun, der bis Januar 1925 als Ministerpräsident in Preußen regiert hatte. Die DDP rief zur Wahl des badischen Staatspräsidenten Willy Hellpach auf. Als Vertreter des Zentrums bewarb sich der Parteivorsitzende Wilhelm Marx, der von Ende 1923 bis Ende 1924 Reichskanzler gewesen war. Die KPD nominierte Ernst Thälmann, der damals außerhalb Hamburgs noch wenig bekannt war. Bayerns Ministerpräsident Heinrich Held wurde von der Bayerischen Volkspartei aufgestellt. Für die Völkischen und die erst im Februar 1925 neu gegründete Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) trat Erich Ludendorff an, im Ersten Weltkrieg Generalquartiermeister der dritten Obersten Heeresleitung.

Aufgrund der Kandidatenvielzahl war im ersten Wahlgang nicht mit einer Entscheidung zu rechnen. Die Bewerber hatten vielmehr die Funktion, als Zählkandidaten die Stärke der sie jeweils nominierenden Parteien anzuzeigen und diesen für den zweiten Wahlgang gute Verhandlungspositionen zu verschaffen, wenn es darum ging, sich auf Sammelkandidaten zu einigen. Die Wahlbeteiligung lag mit 68,9 Prozent um etwa zehn Prozentpunkte niedriger als bei der vorherigen Reichstagswahl. Diese geringere Beteiligung ging vor allem zu Lasten der Flügelparteien.

Im zweiten und entscheidenden Wahlgang am 26. April 1925 standen sich Wilhelm Marx für den republikanischen „Volksblock“ aus SPD, DDP und Zentrum sowie Paul von Hindenburg für den antirepublikanischen „Reichsblock“ aus DNVP, DVP, BVP, Bayerischem Bauernbund, Wirtschaftspartei und Deutsch-Hannoverscher Partei gegenüber; der Kandidat der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), Ernst Thälmann, war Außenseiter.

Paul von Hindenburg siegte am 26. April 1925 im zweiten Wahlgang mit 48,3 % der Stimmen, das war ein Vorsprung von drei Prozentpunkten vor Marx. Thälmann zog zwar etwa 60.000 Stimmen mehr auf sich als im ersten Wahlgang, erreichte dennoch nur 6,4 % der abgegebenen Stimmen.[15]

Der zweite Wahlgang mobilisierte mehr Wähler als der erste, die Wahlbeteiligung stieg um 8,7 Prozentpunkte auf 77,6 Prozent. Volksblock und Reichsblock profitierten hiervon allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. Marx überbot die Summe aller Stimmen für die „Weimarer“ Kandidaten des ersten Wahlgangs (Braun, Hellpach und Marx selbst) um fast eine halbe Million. Hindenburg jedoch holte fast drei Millionen Stimmen mehr als die drei rechten Kandidaten des ersten Wahlgangs – Jarres, Held und Ludendorff.

Wahlplakate zur Reichspräsidentenwahl 1925