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Wieder Wahlkampf in Deutschland Drucken

Der Wahlkampf in diesem Frühjahr 2011 beschert uns wieder einmal neue Wahlplakete, und wieder einmal kommt es einem so vor, als habe man sie schon zig mal gesehen. Dabei gibt es doch eine eigene Bildsprache, die jede Partei verfolgt ...

Die Badische Zeitung hat hierzu einen wunderschönen Artikel über die aktuellen Wahlplakate im Ländle und darüber hinaus zusammengestellt. Sie zitiert dabei namhafte Wissenschaftler wie Professor Frank Brettschneider (Kommunikationswissenschaft Universität Hohenheim) und Dozent Steffen Rümpler (Freie Hochschule für Grafik Design und Bildende Kunst Freiburg).

Rümpler unterstreicht einen Moment, der mir auch immer wieder auffällt. Die Linkspartei und die Piratenpartei setzen sehr bewusst auf Worte statt Köpfe (auch mangels Köpfen). Dies ist bemerkenswert, weil die klassische Werbung von einer starken menschlichen Bildsprache lebt.

"Die Plakatrealität zeigt ja aber zunächst einmal eine nicht enden wollende Reihe von grinsenden Köpfen. 'Von unserer Wahrnehmung her', erklärt Rümpler, 'können wir Köpfen gar nicht entfliehen': 'Personalisierte Werbung hat einen hohen Wiedererkennungswert.' Aber dass nette, auf vertrauenerweckend getrimmte Gesichter in unüberschaubarer Masse leicht langweilig wirken, das weiß er auch. Wer sich von dem Einerlei distanziert, hat gute Chancen, wahrgenommen zu werden. Interesse findet bei Rümpler die plakative, wortzentrierte Bildsprache der Linken und der Piratenpartei. Ein Back to the roots der Plakatästhetik sieht er in den Einwürfen und Kampfparolen der Außenseiter."

Die Piratenpartei setzt dann auch noch das Sahnehäubchen obenauf. "Vertrau keinem Plakat", heißt es da. Ironischer geht es nicht.

 
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