Organisation Consul

Bekanntmachung der Badischen Staatsanwaltschaft zum Mord an Matthias Erzberger (Zentrum)

Bekanntmachung der Badischen Staatsanwaltschaft zum Mord an Matthias Erzberger (Zentrum)

Die Organisation Consul war eine paramilitärische terroristische Vereinigung während der Weimarer Republik. Der nationalistisch ausgerichtete und antisemitisch gesinnte Geheimbund versuchte durch politische Morde das demokratische System zu destabilisieren. Zielsetzung war es, eine Militärdiktatur zu errichten und insbesondere den Versailler Vertrag zu revidieren.

Die Organisation Consul ging aus einem Freikorps hervor, das nach Beteiligung am Kapp Putsch aufgelöst wurde. Die Organisation operierte von München aus und verfügte über Verbindungsleute im gesamten Reich und konnte aus einem geschätzten Personalstamm von etwa 5.000 Mann schöpfen. Die Reichswehrführung duldete diesen und ähnliche Bünde zunächst in der Hoffnung mit ihnen die Rüstungsbeschränkungen des Versailler Vertrags unterlaufen zu können.

Mitglieder der Organisation Consul nahmen 1920/21 am Abstimmungskampf in Oberschlesien und an der Niederschlagung des Dritten polnischen Aufstands teil, um die Abtretung des Gebiets an Polen zu verhindern. Im selben Zeitraum spielte die Organisation bei der Bildung der SA eine bedeutende Rolle.

Am 26. August 1921 wurde der bei den Rechten verhasste Matthias Erzberger (Zentrum) von Mitgliedern der Operation Consul ermordet. Die Ermittlungen der Polizei führten schnell zu den Tätern und zu einer deutschlandweiten Verhaftungswelle von 34 Mitgliedern der Organisation Consul. Am 24. Juni 1922 ermordeten Angehörige des Geheimbundes den deutschen Außenminister Walther Rathenau (DDP). Auch für den Mordversuch an Philipp Scheidemann (SPD) am 4. Juni 1922 waren Mitglieder der Organisation Consul verantwortlich, wahrscheinlich ebenfalls für den Mord an Karl Gareis (USPD) am 9. Juni 1921.

Auf der Grundlage des am 21. Juli 1922 erlassenen Republikschutzgesetzes wurde die Orgainsation Consul verboten. Als Nachfolgeorganisation wurde der Bund Wiking gegründet. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Mitglieder der Organisation der SS unterstellt. Sie wurden als „Helden des nationalen Widerstandes“ gefeiert, obwohl der Geheimbund tatsächlich in Konkurrenz zur NSDAP gestanden hatte.

Quellen

Jan Schuster

Jan Schuster ist studierter Germanist und Politologe und arbeitet seit über 8 Jahren für verschiedene Firmen im Online Marketing. Die Sammlung von Wahlplakaten sind ein schönes Hobby und das Resultat ist diese Webseite. Ich hoffe, dass Sie Ihnen gefällt!

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