Wilhelm Marx

Wilhelm Marx

Wilhelm Marx

Wilhelm Marx (* 15. Januar 1863 in Köln; † 5. August 1946 in Bonn) war ein deutscher Jurist und Politiker der Zentrumspartei. Mit einer Amtszeit von insgesamt drei Jahren und einem Monat war er der am längsten amtierende Kanzler der Weimarer Republik.

Wilhelm Marx war früh in der Vertretung des politischen Katholizismus aktiv. Er war von 1899 bis 1918 Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses und gehörte auch der verfassunggebenden preußischen Landesversammlung 1919/1920 an. Über die Lager hinweg galt er als ruhiger, vermittelnder Politiker, der sich wenig Feinde machte und stets auf einen Interessenausgleich hinarbeitete.

1919 wurde Wilhelm Marx in die Weimarer Nationalversammlung gewählt. Er unterstützte die Unterzeichnung des Versailler Vertrags und arbeitete daran, das Zentrum zu einen, damit es geschlossen die Regierung um Joseph Wirth (Zentrum) unterstützte. Von 1922 bis 1928 war er Vorsitzender der Zentrumspartei. Nach dem Sturz der Regierung um Gustav Stresemann (DVP) nahm Marx 1923 den Ruf Friedrich Eberts (SPD) zum Reichskanzler an.

Wilhelm Marx übte das Amt des Reichskanzlers zweimal aus. Seine erste Amtszeit dauerte knapp 13 Monate (30. November 1923 bis 15. Januar 1925), die zweite Amtszeit 25 Monate (17. Mai 1926 bis 29. Juni 1928). Er leitete in dieser Zeit vier Kabinette. Die ersten drei waren bürgerliche Minderheitsregierungen aus Zentrumspartei, DDP, BVP und DVP, das letzte wurde durch die DNVP ergänzt. Die von Gustav Stresemann geführte Außenpolitik dieser Regierung wurde von den Sozialdemokraten unterstützt.

In seiner ersten Amtszeit führte Wilhelm Marx die Regierung durch zahlreiche politische Krisen (Hyperinflation, Ruhrbesetzung, etc.) und konnte die junge Republik stabilisieren. In Marx’ zweiter Amtszeit trat Deutschland dem Völkerbund bei. Zudem setzte er den Generaloberst Hans von Seeckt ab, der die Reichswehr zu einem Staat im Staate ausgebaut hatte. Zwischen seinen Amtszeiten als Reichskanzler kandidierte er 1925 bei der Wahl zum Reichspräsidentenwahl und scheiterte knapp gegen Paul von Hindenburg, auch weil die BVP und andere katholische Gruppen den Generalfeldmarschall a. D. unterstützten.

Bis 1932 gehörte er noch dem Reichstag an, die Zeit des Nationalsozialismus verbrachte Marx zurückgezogen in Bonn.

Quellen:

Jan Schuster

Jan Schuster ist studierter Germanist und Politologe und arbeitet seit über 8 Jahren für verschiedene Firmen im Online Marketing. Die Sammlung von Wahlplakaten sind ein schönes Hobby und das Resultat ist diese Webseite. Ich hoffe, dass Sie Ihnen gefällt!

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